Verkehrssicherheitsrat: „Sicherheits-Blitz“ keine Abzocke
12. August 2012
Stadt/Ortschaft außerhalb
veröffentlicht am: 12. August 2012 um 14:14:11
KREIS KLEVE. Sinnvoller Sicherheits-Blitz oder gemeine Radarfalle – der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) ist jetzt dem verbreiteten Vorwurf entgegengetreten, bei den modernen Formen der Geschwindigkeitsüberwachung handele es sich um staatliche Gängelung und Abzocke. „Dieses unschöne Wort stammt nicht nur von ertappten Temposündern“, monierte jetzt DVR-Präsident Walter Eichendorf. In einem Gastbeitrag für den ACE Auto Club Europa (ACE LENKRAD 8/2012) begründete der Verkehrssicherheitsexperte seine Haltung mit den Erkenntnissen der Verkehrsunfallforschung. „Nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der Hauptunfallursachen“. Deshalb sei auch nicht einzusehen, die Tempoüberwachung nur auf allgemein akzeptierte sogenannte „schutzwürdige Bereiche“ wie Schulen zu beschränken, betonte Eichendorf. Wörtlich fügte er hinzu: „Überwachung ist kein Selbstzweck, sondern bietet Schutz für alle. Die Zeiten, in denen Rasen als Kavaliersdelikt angesehen wurde, sind vorbei“.
Streckenüberwachung - ACE wirft Politik Verzögerung vor
Nach Darstellung des ACE gehen rund 40 Prozent der Verkehrstoten in Deutschland auf das Konto von Unfällen, die auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen sind. Binnen der vergangenen zehn Jahre starben bei solchen Tempounfällen mehr als 20 000 Menschen. Der ACE begrüßte die Absicht Baden-Württembergs, mit „Section Control“ ein neues Konzept der Tempoüberwachung erproben zu wollen. Dabei wird die Geschwindigkeit nicht nur in einer Momentaufnahme, sondern über einen längeren Streckenabschnitt hinweg gemessen.
Die Messung einer Durchschnittsgeschwindigkeit fördert die gesellschaftliche Akzeptanz für Maßnahmen der Verkehrsüberwachung, hofft der Club. Kritik übte der ACE allerdings daran, dass weder das Land Baden-Württemberg noch der Bund sich bislang auf ein rechtsstaatlich gesichertes Verfahren zur Erprobung von Section Control verständigt haben. Die hierdurch eingetretene Verzögerung sei mehr als ärgerlich. „Nach mehr als einem Jahr zäher Diskussionen und gegenseitiger Schuldzuweisungen wird es höchste Zeit, dass die politischen Instanzen in Berlin und Stuttgart ihre Ankündigungen für einen Probelauf von Section Control endlich umsetzen“, sagte ein Sprecher des ACE.
Den Gastbeitrag von DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf lesen Sie im Wortlaut: http://www.ace-online.de/der-club/verkehrspolitik/verkehrssicherheit/vision-zero/plaedoyer-fuer-den-sicherheits-blitz.html
Unsere aktuelle Umfrage zu Radar und Section Control: http://www.ace-online.de/nc/der-club/presse/umfragen.html
Der ACE Auto Club Europa ist Mitglied im Verbund Europäischer Automobilclubs (EAC), www.eac-web.eu
Geschrieben von: MaH am 13. August 2012 um 09:47:04 Uhr
Zur Durchführung von Section Control müssen alle Fahrzeuge bildlich erfasst werden, dem steht das recht auf das eigene Bild und die Unschuldsvermutung gegenüber. Geschwindigkeitskontrollen durch Videoanlagen wurden zu recht höchstrichterlich verboten und sollen nun über eine Hintertüre erlaubt werden. PRO Datenschutz!!!!
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