Praxissemester für die Gesundheit
19. Juli 2012
Kleve
veröffentlicht am: 19. Juli 2012 um 13:37:13
KLEVE. Pia Geurtz (23) studiert im sechsten Semester Bio Science and Health an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve. In ihrem Praxissemester profitierten von ihrem Wissen rund um Naturwissenschaften und Gesundheit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Haus Freudenberg GmbH.
Ein gesundes Leben braucht mehr als den Salat am Mittag. Denn das, was hinter der Gesundheit eines Menschen steckt, ist vielfältig. „Gesunde Mitarbeiter fühlen sich wohler, reduzieren krankheitsbedingte Ausfälle und sind leistungsfähiger“, bringt es Thomas Schilder, Leiter der Kaufmännischen Dienste in der Haus Freudenberg GmbH, auf den Punkt. Und so widmete sich das Unternehmen, in Kooperation mit der Hochschule Rhein-Waal, intensiv dem Bereich Gesundheitsmanagement und der Frage: Wie schafft Haus Freudenberg es, Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden – mit möglichst optimalen Rahmenbedingungen im Hinblick auf Gesundheit und damit mit möglichst geringen gesundheitsbedingten Ausfällen. Genau da kam aufgrund der Kooperation mit der Hochschule Rhein-Waal im März die Kleverin Pia Geurtz, 23 Jahre, Bachelor-Studierende der Hochschule Rhein-Waal, ins Spiel. Mit dem Wissen aus Naturwissenschaften und Gesundheit, welches sie im Rahmen ihres Studiums Bio Science and Health erwerben konnte, nahm sie Haus Freudenberg unter die wissenschaftliche Lupe, sammelte Stimmen und Ergebnisse vor Ort, entwickelte Ideen und arbeitete den Entwurf eines Konzeptes zum Gesundheitsmanagement aus. Das erklärte Ziel: Mitarbeiter sollen sich gesunder fühlen.
So galt es, die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung aus dem Jahr 2011 unter den Angestellten aufzufrischen, Ergebnisse auszuwerten und individuelle Maßnahmen zur Gesundheitsförderung zu entwickeln. „Manchmal waren es der Bodenbelag, die Temperatur, Gerüche oder mangelnde Beleuchtung, welche in einigen Räumen als negative Beeinflussung aufgeführt wurden“, fasst Pia Geurtz zusammen, „ein anderes Mal waren es Rückenprobleme, Bandscheibenvorfälle oder Stress durch Doppelbelastungen, die die Mitarbeiter angegeben haben.“ Die Ergebnisse wurden jeweils an die zuständigen Bereiche weitergeleitet, direkt vor Ort aufgriffen und die Bedingungen soweit wie möglich verändert, beispielsweise wurden weitere Hebehilfen in der Produktion angeschafft oder auch eine zusätzliche Belüftung veranlasst. Die übergreifenden, für alle Bereiche geltenden Themen wie „Älter werden im Beruf“, „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, die Organisation von sehr gut angenommenen Gesundheitstagen in vier Freudenberger Niederlassungen oder die Durchführung von Probe-Sport- und Entspannungsangeboten wurden zentral durch Frau Geurtz vorbereitet und koordiniert. Unterstützung erfuhr die Haus Freudenberg GmbH im Rahmen der Gesundheitstage von den Krankenkassen KKH und Barmer GEK sowie von verschiedenen vor Ort ansässigen Unternehmen aus dem Gesundheitswesen wie Akustikern, Apotheken und Optikern. „Vom Cholesterintest über Handhygiene, Sehtest, Hörtest, Informationen und Beispiele für gesunde Ernährung bis zur Handkraftmessung hatten wir alles Angebot“, erzählt die Studentin rückblickend.
„Die vier Monate waren für alle Beteiligten sehr bereichernd“, unterstreicht Thomas Schilder, „nun beginnt eine neue Phase, in der wir Ergebnisse und Eindrücke auswerten sowie schauen müssen, welche Angebote sich realistisch regelmäßig für und mit Haus Freudenberg umsetzen lassen.“ Ideen gibt es viele – von Zumba über den Lauftreff bis zur Rückenschule. Denn: „Auch solche Angebote bereitzuhalten ist eine Form der Wertschätzung unserer Mitarbeiter“, so der Prokurist. Und: „Gerade in Unternehmen gilt es, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu fördern. Betriebe, die sich auf kulturelle und organisatorische Änderungen einlassen, reduzieren gesundheitliche Belastungssituationen ihrer Mitarbeiter“, so Prof. Dr. Robert Renner, MBA, von der Hochschule Rhein-Waal. Pia Geurtz hat aus ihrem Praxissemester eine ganze Menge mitgenommen: „Ich bin selbstbewusster geworden und weiß nun, woran meine berufliche Zukunft sich orientieren könnte.“