Weihnachtsgruß des Bürgermeisters der Gemeinde Issum
19. Dezember 2011
Issum
veröffentlicht am: 19. Dezember 2011 um 18:07:57
ISSUM. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
vielleicht geht es Ihnen auch so wir mir. Ein Blick aus dem Fenster zeigt mir deutlich, das Jahr 2011 geht zu Ende. Aus dem satt grünen Blatt an den Bäumen, ist ein herbstfarbenes geworden, von dem sich die Natur von Tag zu Tag mehr trennt. Von meinem Dienstzimmer im Rathaus aus erschließt sich mir in dieser Jahreszeit der ungetrübte Blick in die Fleuth-Aue und auf´s „Wohlfühlhaus“. So wie die Bäume ihre Blätter verlieren und damit den Jahreswechsel ankündigen, so lassen dies auch die letzten Blätter auf dem Kalender erkennen.
Es ist Zeit, das vergangene Jahr zu verabschieden, kurz Rückschau zu halten eine Standortbestimmung vorzunehmen und sich auf das Jahr 2012 zu freuen, mit allen Unwägbarkeiten und Herausforderungen. Es ist aber auch die Zeit, Danke zu sagen. Hierfür nutze ich das weihnachtliche Grußwort gerne.
Danke sage ich allen, die sich zum Wohle anderer Menschen und unserer Gemeinde Issum eingesetzt haben und zukünftig einsetzen werden. Das Ehrenamt nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Freiwilliges, uneigennütziges und unentgeltliches Engagement von Bürgerinnen und Bürger ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer dörflichen Gemeinschaft und macht uns stark. Wer sich in Vereinen, in den Kirchen, Interessensvertretungen, Hilfsorganisationen oder politischen Parteien mit seinem Handeln und Tun einbringt, übernimmt Verantwortung. Verantwortung für die dort organisierten Menschen und ihre Ziele, aber auch ein Stück Verantwortung für den Lebensraum Issum. Aktive Mitarbeit im Ehrenamt bietet mehr Gestaltungsmöglichkeiten als mancher sich vielleicht vorstellen kann und trägt zugleich zur eigenen Lebensfreude bei. Je mehr Menschen sich engagieren, ob in der Gruppe oder einzeln, umso mehr Ideen werden entwickelt, die den immer schneller werdenden gesellschaftlichen Wandel, auch in Issum, positiv beeinflussen können. Dieses Potenzial sollten wir gemeinsam entwickeln.
Seit 1 1/2 Jahren beschäftigt sich die Gemeinde Issum mit dem demografischen Wandel und seinen Folgen. Dabei geht es nicht nur darum, festzustellen, dass wir immer älter und immer weniger werden, sondern insbesondere darum, Antworten zu finden, wie man diesem Prozess begegnen kann, um der heutigen und zukünftigen Generation einen attraktiven Lebensstandort Issum anzubieten. Rund 50 Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde haben sich in dieser Zeit freiwillig und unentgeltlich mit vielen Stunden ihrer Freizeit in den Prozess zur Erarbeitung des integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzeptes gemeinsam mit der Verwaltung und dem Beratungsunternehmen eingebracht. Insbesondere die Handlungsempfehlungen zu den Entwicklungszielen für die Ortskerne von Issum und Sevelen haben zu intensiven Diskussionen in der Öffentlichkeit geführt. Eigentlich eine positive und gewollte Reaktion der Menschen, denn es zeigt, dass Issum eine lebendige Gemeinde ist. Auch wenn Entscheidungen oft nur schwer nachvollziehbar sind und sie einem vielleicht nicht gefallen, sollte man sie als Entscheidung im Rahmen eines demokratischen Findungsprozesses akzeptieren. Schwieriger wird es dann, wenn man mit den Ängsten der Menschen Beteiligungsprozesse anstößt, die auf Halbwahrheiten basieren und persönliche Anfeindungen auslösen. Solche Aktivitäten machen unsere Gemeinde, unsere Ortskerne, nicht attraktiver und zukunftsfähig. Rat und Verwaltung ist daran gelegen, eine Infrastruktur von morgen zu schaffen, die die Begegnung von Menschen fördert und die Bedürfnisse unterschiedlicher Interessen- und Altersgruppen berücksichtigt. Wer hieran mitarbeiten möchte, ist herzlich eingeladen. Jedem, der sich in diesem Sinne engagieren möchte und Informationen benötigt, stehe ich persönlich für Gespräche zur Verfügung. Denn das Ziel kann nur heißen: Ein lebendiges Issum zu erhalten.
Das Jahr 2012 hält wieder einen Rucksack von Aufgaben und Herausforderungen bereit. Sie müssen zum Wohle der in Issum lebenden Menschen betrachtet und einer Lösung zugeführt werden. Der von Jahr zu Jahr immer enger werdende Finanzrahmen beeinflusst die Entscheidungsprozesse dabei spürbar. Rat und Verwaltung werden sich diesen Aufgaben stellen und Prioritäten setzen müssen, um eine nachhaltige Entwicklung unserer Gemeinde nicht aus dem Auge zu verlieren.
Nun aber freue ich mich erst einmal auf ein paar besinnliche Tage im Kreise der Familie, um neue Kraft für das vor mir liegende Jahr zu tanken. Gleiches wünsche ich Ihnen auch. Glücklich wollen wir Menschen sein. Den Weg dorthin beschreibt der französische Schriftsteller Georges Bernanos so: „Seine Freude in der Freude des anderen finden können, das ist das Geheimnis des Glücks“. Ein anstrebenswertes Ziel, wie ich meine.
Frohe und gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünscht Ihnen
Ihr Bürgermeister
Gerhard Kawaters