AUF KLEVER WEGEN – Politik von & für Jugendlichen
28. Juli 2011
Kleve
veröffentlicht am: 28. Juli 2011 um 13:17:35
Eine Kolumne von Andreas Lelie
Liebe Leserin, lieber Leser,
haben Sie auch schon von dem Workshop-Wochenende in der Wasserburg Rindern Ende September gehört oder gelesen?
Dort sollen sich Jugendliche aus Kleve aktiv an der Gestaltung der Politik in Kleve beteiligen, damit unsere Stadt als solches jünger und attraktiver für die Jugend wird.
Dabei ist es seit langer Zeit bekannt, daß die Politik in unserer Stadt zusehends veraltert.
Das liegt vor allem daran, daß allgemein die jungen Politiker Schwierigkeiten haben, in den Gremien und Räten einen Platz zu erhalten, weil die Macht der Alten dort schier zu stark ist.
Die alte Politikergeneration unterdrückt den jungen Nachwuchs in ihren eigenen Reihen. Das ist seit Jahren ein offenes Geheimnis.
Dabei sind es doch gerade die Jüngeren, welche sich realistisch in die Welt der heutigen Jugendlichen hineinversetzen, deren Sorgen und Probleme verstehen können und auch gewillt sind, alles dafür zu tun, um sie zu unterstützen.
Die älteren Herrschaften verstehen es sehr gut, auf propagandistische Weise, gerade im Wahlkampf, sich damit zu brüsten, sie würden Politik u.a. für die Jugend betreiben, um ihnen eine Zukunft mit guten Chancen auf dem Bildungs- und Arbeitssektor zu erschaffen. Es gäbe unzählige Gespräche, um die Entwicklung voran zu treiben und zukünftige Perspektiven zu erhalten.
Doch wer redet da mit wem?
Wenn man sich die Zeitungen anschaut, aber auch im TV ist häufig etwas darüber zu sehen, dann reden Minister mit Vorständlern, Abgeordnete mit Gewerkschaftern, Kommissionen und Ausschüsse diskutieren oder verhandeln usw. Es werden permanent Gespräche dieser Art geführt.
Doch wer redet denn mit den Menschen, für welche die Politiker sich angeblich einsetzen? Wer redet denn (permanent) mit den Jugendlichen?
Daß nun dieses Workshop-Wochenende stattfindet, ist durchaus sehr lobenswert. Keine Frage, aber das reicht bei weitem nicht aus.
Die Offenen Klever haben ein Jugendparlament vorgeschlagen, ist eine Idee.
Aber ich denke, es muß von der Jugend als solches auch mehr kommen.
Die Stadt braucht eine Art Jugend-Politiker-Diskussionsclub, der wöchentlich stattfindet. Dort können sich alle Jugendlichen, welche sich für auf die Bedürfnisse der Jugend zugeschnittene Politik interessieren, einfinden, mit Gleichaltrigen und mit erfahrenen Älteren diskutieren, die Ergebnisse umfangreich veröffentlichen und so auf die Politik der Stadt und Region Einfluß nehmen.
Wenn die Jugend sich stärker engagiert und nicht nur hin und wieder mal einen öffentlichen Kommentar leise äußert, sondern regelmäßig in voller Lautstärke sich in das spielende Orchester der Politik einmischt und einfügt, dann kann viel mehr erreicht und geschaffen werden.
Die Jugend muß den Druck auf die Politik erhöhen und fordern: „Macht mehr für uns, denn dafür wurdet ihr gewählt! Und wir sagen euch, was uns fehlt, was wir wirklich brauchen.“
Denn es gibt niemanden, der besser über die Lage der Jugend bescheit weiß, als die Jugend selbst. Sei es die Möglichkeiten der schulischen Bildung, die Alternativen an Berufswegen und späteren Aufstiegschancen.
Aber genauso muß auch die Politik regelmäßig auf die Jugend zu gehen. Hin und wieder eine Sonderaktion, vielleicht eine oder zwei im Jahr, reichen längst nicht aus.
Die Politik und die Jugend müssen in einem andauernden Konsens stehen und gemeinsam arbeiten. Die Zusammenarbeit muß nicht zwingend parlamentarisch sein. Aber sie muß menschlich und vor allem zusammenführend sein. Mit offenen Ohren und Augen auf beiden Seiten für die Realität und Bedürfnisse.
Ich möchte hier an dieser Stelle eine Anfrage an die jungen Leser von KLE-POINT richten:
Stellvertretend für die Politik unserer Stadt frage ich Euch:
Was sollte Eurer Meinung nach sich in Kleve ändern im Bezug auf Euer Leben? Ich rede nicht von alternativen Freizeitaktivitäten, sondern von Euren Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft.
Was fordert Ihr von der Stadt Kleve, von den Politikern?
Welche Probleme seht Ihr zur Zeit in Kleve und wie würdet Ihr sie angehen?
Nennt uns Eure Sorgen, aber auch Eure Vorschläge, wie man die Lage der Jugend in Kleve maßgeblich verbessern kann. Macht Euch bitte Gedanken darüber, wie die „Politik von der Jugend“ für die Jugend aussehen könnte und teilt es allen unseren Lesern mit.
Ich hoffe auf eine zahlreiche Teilnahme.
Verwendet bitte dazu die Kommentar-Funktion unten auf dieser Seite.
Vielen Dank