Unternehmerabend für Issum und Rheurdt mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve
25. November 2010
Sevelen
veröffentlicht am: 25. November 2010 um 14:28:38
Bürgermeister: „Wir müssen über den Tellerrand hinaus blicken“
ISSUM-SEVELEN. Klaus Kleinenkuhnen, Bürgermeister der Gemeinde Rheurdt, ist immer für einen kleinen Abschluss-Scherz zum Ausklang eines Unternehmerabends mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve gut: „Wenn die 120 neuen Professoren der Hochschule Rhein-Waal alle Neubürger von Rheurdt würden, dann ging es der Gemeinde besser“, vermutete Kleinenkuhnen mit Blick auf Professor Dr. Peter Scholz. Der Bürgermeister hatte zuvor auf die wieder leicht angestiegene Einwohnerzahl Rheurdts von 6.705 auf 6.743 hingewiesen, die notwendige Kaufkraftbindung herausgestellt und zum Ausdruck gebracht, dass er ein „radikales Sparprogramm“ verfolge, um das drohende jährliche Defizit von 800.000 Euro in den nächsten Jahren in den Griff zu kriegen. „Wir müssen alle lernen, über den Tellerrand hinauszusehen und engere Zusammenarbeit suchen“, betonte Kleinenkuhnen auch Gespräche in der Bürgermeisterrunde zum Thema „Schulentwicklungsplanung“. Gerhard Kawaters, der Bürgermeister der Gemeinde Issum, lud an diesem Abend die etwa 60 Firmenchefs im Bürgerhaus Sevelen dazu ein, sich an diesem Prozess zu beteiligen.
Handel muss im Gemeindekern bleiben
Seit einigen Monaten, so Kawaters, setze sich Issum mit den zu erwartenden Konsequenzen des demographischen Wandels auseinander. Dazu zähle auch das Einzelhandelskonzept, das auf jeden Fall zu einem führe: zur engen Bindung des Einzelhandelsangebotes auf den inneren Raum der Gemeinde. „Der Handel muss im Gemeindekern bleiben“, so Gerhard Kawaters. Im Zweifel müsse auch Gewohntes beseitigt und im schlimmsten Fall dem Erdboden gleich gemacht werden, um für neue Flächen Platz zu schaffen.
Virtueller Gewerbeflächen-Pool
Hohe Erwartungen setzen beide Bürgermeister in den am 22. September unterzeichneten Vertrag zum Virtuellen Gewerbeflächen-Pool. Mit einem fünfminütigen Film – erstmals gezeigt auf der ExpoReal in München – leitete die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve den Vortrag von Klaus Krantz ein. „Alle werden schneller zu ihren Gewerbeflächen kommen als früher“, signalisierte der Technische Beigeordnete der Stadt Goch im Bürgerhaus Sevelen.
Professor Dr. Peter Scholz sprach den Anwesenden schon mit einem seiner ersten Sätze aus der Seele: „Unsere Studenten müssen nicht gut sein, wenn sie zu uns kommen, sondern sie müssen sehr gut sein, wenn sie uns verlassen“, so Professor Scholz. Er wies bereits heute die Kooperationen der Hochschule Rhein-Waal mit Partner-Einrichtungen in aller Welt nach. 70 Prozent der Studiengänge an der HRW seien in englischer Sprache – und der Bereich der Forschung orientiere sich sehr deutlich am Bedarf der heimischen Wirtschaft. Letzteres solle auch Motivation für die Firmenchefs der Region sein, ohne Schwellenangst die Hochschule Rhein-Waal auch mit kleineren Problemen anzusteuern. Die Botschaft: „Die Hochschule Rhein-Waal ist für Sie da.“
Foto: „Die Hochschule Rhein-Waal ist für Ihre Unternehmen da“, war die Botschaft, mit der Professor Dr. Scholz (2.v.r. im Podium) vor die 60 Firmenchefs aus Issum und Rheurdt trat. Der Issumer Bürgermeister Gerhard Kawaters (stehend) begrüßte die Gäste im Bürgerhaus Sevelen zu diesem Abend mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve.