Delegationsreise nach Shanghai, Beijing und Tianjin in China vom 21. bis 28. April 2010
06. Mai 2010
Kleve
veröffentlicht am: 06. Mai 2010 um 12:19:28
KLEVE. Wer eine Reise tut, der hat was zu erzählen - so ergeht es auch der Klever Delegation, die am Mittwoch von ihrer einwöchigen China-Exkursion zurückgekehrt ist. Sieben Tage voller Programm, Eindrücke - und auch konkreter Ergebnisse. Im Rahmen einer eigens anberaumten Pressekonferenz informierten die Teilnehmer am Donnerstag auf der Wasserburg Rindern -passend zum Thema am Sitz der Gesellschaft für internationale Begegnungen e.V. Kleve (GIB).
„Die Wertigkeit dieser Reise ist für unsere Stadt unermesslich positiv“, freut sich Bürgermeister Theodor Brauer. Zu beiden Themenfeldern, die in China „beackert“ wurden - internationale Kontakte für den Klever Mittelstand und die „Hochschule Rhein-Waal“ hat man viel erfahren und erreicht.
Als herausragendes Ereignis ist sicherlich der Abschluss des Kooperationsabkommens zwischen der Polytechnic University in Tianjin und unserer Hochschule Rhein-Waal (HRW) zu werten. Abgesehen von dem überwältigenden und durch hochkarätige Gesprächspartner geprägten Empfang, der den Gästen aus der Schwanenstadt zuteil wurde, und der von rund 350 Studenten umrahmten Unterzeichnungszeremonie freut sich HRW-Präsidentin Prof. Dr. Marie-Louise Klotz insbesondere über die sich daraus ergebenden Perspektiven und auch erste sich abzeichnende Ergebnisse. „Wir werden über diese und auch weitere Kooperationen gemeinsame Forschungsprojekte initiieren, Dozenten- und Studentenaustauschprogramme entwickeln und auch ausländische Studenten für unsere Hochschule gewinnen können“, ist sie überzeugt und freut sich auch über den interkulturellen Austausch, der dabei erreicht wird.
Für Wilfried Röth von der Sparkasse Kleve und Martina Kohn von der Volksbank Kleverland standen dagegen die Programmpunkte mit Bezug zum internationalen Mittelstandsgeschäft im Vordergrund. „Wir haben hier Erfolgsgeschichten Klever Unternehmen erlebt, die aufzeigen, welches Potenzial eine grenzüberschreitende Geschäftsausweitung mit sich bringt“, erklären sie übereinstimmend. Es wurde allerdings auch deutlich, wie vielfältig die Herausforderungen auf diesem Wege sind. Aber auch wenn der Umgang mit Bürokratie, fremden Rechtssystemen, sprachlichen Hindernissen und ungewohnten Verhaltensweisen der Geschäftspartner gelegentlich Mühe macht: Die Beispiele von Ipsen, Spectro und Messebau Winkels zeigen, dass es lohnt, sich international aufzustellen. Welche Lösungsmöglichkeiten sich anbieten, erfuhren die Teilnehmer im Rahmen der Veranstaltungen im German Center Shanghai und mit der DZ Bank in Peking. Deren Serviceleistungen können im Übrigen bei der Sparkasse und der Volksbank in Kleve abgerufen werden.
Außerdem bekamen die Gäste vom Niederrhein einen Einblick, wie sich das Riesenland China weiter entwickelt. „Für das, was hier in den vergangenen 10 Jahren erreicht wurde, haben die europäischen Industrieländer über 100 Jahre gebraucht“, so der Tenor der in Shanghai und Peking besuchten Unternehmer Klever Ursprungs. Inzwischen sei China dabei, auch soziale und ökologische Aspekte stärker zu berücksichtigen. Daraus, dass noch viel zu tun bleibe, mache niemand einen Hehl, aber daraus ergeben sich auch wiederum neue Chancen für deutsche Unternehmen - man muss sie nur erkennen. „Wer vor der Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung in China die Augen verschließt, der tappt im Dunkeln“ resümiert denn auch Bürgermeister Theo Brauer.
Bei aller terminlichen Enge des Programms kann festgehalten werden, dass die Stimmung in der Delegation durchweg gut war. Am Wochenende blieb auch Zeit für einige touristische Highlights in Peking und Umgebung. „Ein Muss, wenn man schon einmal vor Ort ist“, so Dr. Kurt Kreiten von der Gesellschaft für internationale Begegenungen (GiB), die ein Teilnehmer mit Blick auf die gelegentlich ausufernden Fahrzeiten in „Gesellschaft im Bus“ umbenannte.
Insgesamt also ein durchweg positives Fazit für eine Reise, die beinahe den Aktivitäten eines isländischen Vulkans zum Opfer gefallen wäre.
Stellungnahmen einiger Beteiligten
Dieter Bachmann, Steuerberater, Kleve
Mathias Hauser, Rechtsanwalt, Kleve
Christian Schulte, Steuerberater, Kleve
„Einige unserer Mandanten haben sich bereits international ausgerichtet, es kommen ständig weitere hinzu. Um sie dabei begleiten und beraten zu können, benötigen wir ein entsprechendes Netzwerk. Die Erfahrungsberichte der Unternehmer in China und die Kontakte zum German Center und zur DZ Bank sind daher für uns ein echter Mehrwert dieser Reise.“
Rudolf Röhrl, Geschäftsführer der VVirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Kleve GmbH, Kleve
„Als Kleves Wirtschaftsförderer hat mich insbesondere die Aussage der Stadtoberen von Tienjien positiv berührt, dass sich Unternehmer aus dieser Region für Investitionsmöglichkeiten in Deutschland interessieren. Hier werde ich nachhaken.“
Uwe Dönisch-Seidel, Landesbeauftragter, Kleve
„Ich war schon mehrfach in China, diese Reise hat mir mit ihren praktischen Ausrichtung in Richtung Hochschule und Mittelstand ganz neue Einblicke geboten. Das war sehr spannend. Außerdem habe ich mich in der Pekinger Kunstszene umgeschaut.“
Daniel Giebels, Geschäftsführer Giebels-Möbelinnenausbau GmbH, Kleve
„Mich hat sehr beeindruckt, wie erfolgreich die Kollegen von Messebau Winkels ihre Tischlerei- und Innenausbau arbeiten. Die Marke „Made in Germany“ hat offensichtlich auch im Handwerk ihren Stellenwert.“
Eric Jansen, Geschäftsführer Jansen Bedachungen GmbH, Kleve
„Für mich war die Unterzeichnung des Hochschulabkommens der absolute Höhepunkt der Reise. Ich freue mich, dass ich als Klever Bürger dabei sein konnte.“
Helmut Poen, Geschäftsführer Pietsch Rohstoffe GmbH, Kleve
„Entsorgungstechnisch gibt es in China noch wahnsinniges Potenzial. In einem Unternehmen bei Tianjin hat man mich sogar konkret darauf angesprochen. Da fehlt mir aber wirklich die erforderlich Betriebsgröße, um so etwas in China zu stemmen.“
Christian Sommer, CEO German Center Shanghai, Shanghai
„Die Initiative aus Kleve sich den chinesischen Markt mal „live und Farbe“ anzuschauen, finde ich großartig, schließlich bekommt man so ein viel besseres Bild. Wir stehen den Klever Unternehmen im Bedarfsfall mit Rat und tat zur Seite.“
Manfred Wiedenmeier, Managing Director, Ipsen Industries Furnaces (Shanghai) Ltd.
„Es wird hohe Zeit, dass man in Deutschland das eingefahrene Bild über China neu definiert. Andere Länder sind hier in ihrem Verhalten flexibler und drohen daher, Deutschland im Stellenwert im Reich der Mitte abzulaufen.“
Volker Dreisbach, Division Vice President, Spectro Asia Pacific AMETEK, Shanghai
„"Thank God we have China." Ohne die Nachfrage aus der Volksrepublik China hätten wir die Krise nicht so gut überstanden.“
Paul Leonhardt, Repräsentant DZ Bank Ostasien, Hongkong
„Mit den anhaltend hohen Wachstumsraten, der moderaten Staatsverschuldung und den hohen Devisenreserven bietet China günstige volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen. Einzig die Inflationsrisiken muss man im Auge behalten.“
Michael Lerch, General Manager Beijing Winkels, Peking
„Hier ist viel in der richtigen Richtung in Bewegung, allerdings darf man nicht vernachlässigen, dass man auch immer noch auf unliebsame Gepflogenheiten stoßen kann, die sich nicht von heute auf morgen abstellen lassen. Dabei denke ich insbesondere an mangelnde Kundenorientierung und nicht optimale Qualität.“
Benedikt Winkels, Geschäftsführer Messebau Winkels, Kleve
„Wir haben stark von unserer internationalen Ausrichtung profitiert, Insofern finde ich es gut, dass sich die Initiatoren dieser Reise so konstruktiv mit dem Thema Internationalisierung auseinandersetzen. Für unsere Mannschaft in Peking war der Besuch aus Kleve ein besonderes Erlebnis.“
Weitere Aussichten für „Kleve International“
Bürgermeister Theodor Brauer ist überwältigt von den positiven Eindrücken der Chinareise der Delegation aus Kleve. „Wir sind auf dem richtigen Weg mit unserer internationalen Ausrichtung, das haben uns die Reaktionen unserer Gastgeber in China deutlich gezeigt.“ Er verweist auf die vielfältigen Kontakte weltweit, die sich seit Gründung des Arbeitskreises „Kleve International“ ergeben bzw. weiterentwickelt haben. „Dr. Kurt Kreiten und Wilfried Röth kann ich für dieses Engagement nur danken und hohen Respekt zollen“, so Brauer, der sich freut, dass bei der jüngsten Reise neben der Sparkasse Kleve mit der Volksbank Kleverland auch das zweite regionale Kreditinstitut der Initiative angeschlossen hat. Zusätzlichen Schub erfährt die Initiative natürlich auch durch die internationalen Ambitionen der Hochschule Rhein-Waal.
Wirtschaftsförderer Rudolf Röhrl hat nunmehr den Auftrag, Ideen für die weitere Vermarktung Kleves in der weiten Welt zu entwickeln. „Bei diesem Thema werde ich nicht locker lassen“, so Brauer und kündigt ein entsprechende Veranstaltungen z.B. im Rahmen der „Unternehmerfrühstücke“ oder im Rahmen eines Länderabends an.