DJK-Sportverband verurteilt Vorgehen um Caster Semenya
14. September 2009
Stadt/Ortschaft außerhalb
veröffentlicht am: 14. September 2009 um 12:56:29
RHEINLAND. Der DJK-Sportverband hat mit heftiger Kritik auf die öffentliche Diskussion um das Geschlecht der Leichtathletik-Weltmeisterin Caster Semenya reagiert.
„Es widerspricht allen Regeln der menschlichen Würde, Vermutungen um eine eventuelle Intersexualität der jungen Frau öffentlich zu diskutieren.“ sagte der Präsident des katholischen Sportverbandes, Volker Monnerjahn, am Wochenende in Oberwesel. Bei der 18-jährigen Caster Semenya, die bei der Leichtathletik-WM in Berlin Gold über 800 Meter gewonnen hatte, waren öffentlich Zweifel an ihrem Geschlecht aufgekommen. Daraufhin wurde ein medizinischer Test angeordnet, der Spekulationen zufolge bestätigt haben soll, dass die Läuferin ein Hermaphrodit sei.
„Auch, wenn der Leichtathletik-Weltverband IAAF sich jetzt um Diskretion bemüht und die Resultate unter Verschluss hält, trägt er doch Mitschuld an der Tragik um Caster Semenya“, so der DJK-Präsident. „Das Thema hätte bereits im Vorfeld vertraulich behandelt werden müssen.“ Die nachträgliche Politisierung des Falles seitens des ANC zu einer Rassismus-Kampagne bezeichnete Volker Monnerjahn als halt- und verantwortungslos. „Ich fordere alle beteiligten Verbände und Parteien auf, Lehren daraus zu ziehen und das Wohl der Menschen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen. Das Verhalten einiger Funktionäre konterkariert geradezu deren sportethischen Auftrag.“, so Monnerjahn.
„Sport um der Menschen willen“ ist das Leitbild des katholischen DJK-Sportverbandes, der rund 524.229 Mitglieder in 1163 DJK-Vereinen vertritt. Im Jahre 1920 in Würzburg gegründet, hat sich die DJK die Förderung des sachgerechten Sports, die Förderung der Gemeinschaft und die Orientierung an der christlichen Botschaft zu Leitmotiven gemacht.